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18.05.2016

Bandscheibenersatz - Neue Methode

Kategorie: Arzthaftung, Urteile

Mangelnde Aufklärung geschieht häufig und schadet mitunter dem Arzt


Mit Urteil vom 29. September 2014, Aktenzeichen 3 U 54/14 befasste sich das Oberlandesgericht Hamm mit den Folgen einer Bandscheibenoperation.

Der Patient, der seit Jahren unter einem Bandscheibenvorfall gelitten hatte und insoweit in ständiger ärztlicher Behandlung war, hatte sich mit dem Einsetzen einer Bandscheibenersatzprothese einverstanden erklärt.

Diese Behandlungsmethode war zum damaligen Zeitpunkt noch relativ neu.

Darüber hinaus waren die Erfolgsaussichten aufgrund der Vorbelastungen eher zweifelhaft.

Schließlich hatten die Ärzte konservative Maßnahmen noch nicht ausgeschöpft.

Dem Patienten wurde Schmerzensgeld zugesprochen, weil die Ärzte nicht nachweisen konnten, ihn mit hinreichender Deutlichkeit darüber aufgeklärt zu haben, dass

 

  • die von ihnen gewählte Behandlungsvariante des des Einsatzes einer Bandscheibenersatzprothese zum damaligen Zeitpunkt ein relativ neues Verfahren war,
  • die Erfolgsprognose aus diesem Grunde ungewiss gewesen ist und
  • dies insbesondere im Vergleich mit einer Versteifung des betroffenen Wirbels.