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02.08.2011

Verschlucken des provisorisch eingebrachten Zahnersatzes

Kategorie: Zahnarzthaftung

Am 11. November 2009 befasste sich das Landgericht Dortmund zu dem Az. 4S 192/08 mit einem kuriosen Fall und einer Klage, die auch für einen Nichtjuristen verständlich, abgewiesen wurde.

Was war geschehen? Der Patient hatte sich einer prothetischen Behandlung unterzogen. In diesem Zusammenhang wurde ihm eine Brücke im Unterkieferbereich von Zahn 45-48 eingesetzt, wobei zwischen den Parteien noch streitig war, ob es sich um eine provisorische oder eine definitive Einsetzung handelte.

Lange Rede, kurzer Sinn. Nach mehreren Behandlungsterminen machte sich die Brücke selbstständig und, so der Vortrag des Patienten, wurde verschluckt. Der Patient verweigerte die Bezahlung der zahnärztlichen Rechnung mit dem Argument, dass die provisorische Eingliederung des Zahnersatzes das Lösen und Verschlucken desselben begünstigt habe und ihn, den Patienten, hierin kein Verschulden treffe.

Zu Recht lehnte das Landgericht die geltend gemachten Ansprüche des Patienten ab unter anderem mit der nachvollziehbaren Begründung, dass dem Patienten die Beweislast obliegt, dass ihn an dem Verschlucken der Brücke kein Verschulden trifft und er diesen Beweis nicht geführt hat. So können sich Prothesenteile durchaus lösen und auch verschluckt werden. Dies sei bei Einzelkronen sogar recht häufig vor. Bei einer Brücke mit einer Größe von vier Zähnen sei dies allerdings schlechterdings nicht möglich. So bemerke man, dass sich die Brücke löse und mit der Zeit lockere.

Diese nachvollziehbare Begründung gilt auch für den Fall, dass der Zahnersatz definitiv eingegliedert gewesen sein sollte.

Letzten Endes sprach das Gericht den Zahnarzt zu Recht davon Rechnung gestellte Honorar zu. Das Gericht wies darauf hin, dass der Arztvertrag ein Dienstvertrag sei. Danach schuldet der Arzt nur eine ordnungsgemäße Behandlung, nicht aber einen Erfolg, insbesondere keinen Heilerfolg. Selbst bei einer fehlerhaften Behandlung entfalle der Honoraranspruch grundsätzlich nicht.