Nachfolgende Ausführungen zu medizinischen Fragen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie dienen lediglich dazu dem interessierten Leser ein paar grundlegende Informationen über einige orthopädische Probleme basierend auf der Grundlage in meiner Kanzlei häufiger zu bearbeitender Arzthaftungsmandate zu geben.

Hierbei nehmen Kniegelenkinjektionen, Kniegelenkumstellungen/Kniegelenks Osteotomien, ferner die Implantation von Kniegelenksprothesen einen breiten Raum ein.

Auch an dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass nicht jeder Operation bei der sich ein Risiko verwirklicht hat oder die nicht den Erfolg gebracht hat, den sich der Patient vorstellt, auch gleichzeitig auf eine fehlerhafte Behandlung durch den Arzt zurückzuführen ist. Gleichwohl gibt es diese Fälle.

Die Auswirkungen einer falschen Behandlung des Knies haben für den Patienten in der Regel schwerwiegende Folgen. So dauern derartige Behandlungen oftmals viele Monate oder Jahre, zahlreiche Nachoperationen sind in der Regel vonnöten, es bleiben körperliche Beeinträchtigungen, die sich auf den Alltag und den Beruf auswirken können zurück. Das Ganze wird begleitet von unsäglichen Schmerzen.

Wie dem Barmer GEK - Report Krankenhaus 2010 Seite 9 ff. zu entnehmen ist, haben die Hochrechnungen ergeben, dass jährlich ca. 210.000 Erstimplantationen am Hüftgelenk sowie 175.000 Erstimplantationen am Kniegelenk durchgeführt wurden. Von den 210.000 Hüftgelenksoperationen mussten satte 15 %, etwa 30.000, revidiert werden. Ähnlich erschreckend verhielten sich die Zahlen zu den Kniegelenkimplantationen. Hier lag die Revisionsrate von Erstimplantationbei 13 %, also ca. 23.000 Nachoperation.

Der Report führte weiter aus, dass die Inzidenz von Hüftgelenkstotalendoprothesen als Erstimplantation zwischen den Jahren 2003 und 2009 nur leicht um etwa 9 % zugenommen hat, anders dagegen bei den Revisionsoperationen. Bei den Hüftgelenken war eine Steigerung um 41 %, bei den Kniegelenk Revisionsoperation von gar 117 % zu verzeichnen.

Nicht jede Revisionsoperation ist auf einen Behandlungsfehler zurückzuführen.

Die im Barmer GEK - Report veröffentlichten Zahlen scheinen jedoch zu belegen, dass aus den unterschiedlichsten Gründen von Jahr zu Jahr mehr Erstimplantationen durchgeführt werden und die Revisionsrate überproportional steigt. Die Frage nach der Notwendigkeit derartige Eingriffe in dieser Häufigkeit ist nicht ganz unberechtigt.

Die Zahlen lassen erahnen wie schwerwiegend die Folgen für den einzelnen betroffenen Patienten sein können.